COMENIUS-PROJEKT
Norwegische und polnische Lehrkräfte zu Besuch
in Grettstadt und Gochsheim
Grettstadt / Gochsheim (RV) Nicht erst seit dem Pisa-Debakel der Deutschen befindet sich die europäische Bildungspolitik im Aufbruch. Der Pädagogische Austauschdienst der Kultusministerkonferenz fördert das über drei Jahre laufende europäische Schulentwicklungsprogramm Comenius Projekt Sokrates II, dessen Ziele Klassenpartnerschaften und Austausch von Lehrmethoden sind. Es soll über den eigenen Tellerrand hinaus geschaut und gefragt werden: Wie machen es die Anderen?

Die Grundschule Grettstadt und die Hauptschule Gochsheim arbeiten gemeinsam mit Partnerschulen aus Stord in Norwegen und aus Siemianowice Slaskie in Polen im Comenius Projekt zusammen. Vertreter beider Schulen waren in Grettstadt und Gochsheim zum ersten gemeinsamen Kennenlernen. "Prima Klima", so das Projektthema soll das soziale Klima zwischen Schülern, Lehrern und Eltern an den einzelnen Schulen beleuchten. Zu diesem Zweck erarbeiteten die polnischen Lehrerinnen Bozena Lesik und Anna Sobieraj und ihre norwegischen Kollegen Claus Jünger, Sigbjorn Aarlan, Wencke Sagenes Jacobson und Lisbeth Johannesen gemeinsam mit den deutschen Partnern einen Fragebogen für Schüler, Lehrer und Eltern zum soziale Klima im Schulalltag. Im weiteren Verlauf soll jede Schule individuelle Verbesserungsmaßnahmen ergreifen, sich untereinander austauschen, um Anregungen zu bekommen und Erfahrungen weiterzugeben.

Fränkisch musikalisch mit Blasmusik wurden die Gäste in der Grundschule Grettstadt begrüßt. Schulleiter Andreas Sauer und Stefan Baumann als betreuender Lehrer stellten ihre Gedanken zum Projekt vor. So hat man begonnen einmal im Monat eine „Stunde der Begegnung" einzuführen. Nach einem gemeinsamen Frühstück werden alle Türen geöffnet. Jeder kann tun was er möchte. Ursprungsgedanken, so Sauer, waren: Die Kinder sollen kreativ sein, Entscheidungsfreude entwickeln, sich trauen, Lernen muss mehr aus der Situation her geschehen. Der Lehrer kann dabei das soziale Verhalten der Kinder beobachten und besser einschätzen. Nach der „Stunde der Begegnung" gibt es eine Feedbackrunde in der Klasse. Was habe ich gemacht? Wie habe ich mich gefühlt?
Eine weitere Neuerung ist die Aktion Patenkinder: Jedes Kind der vierten Klasse hat ein Patenkind in der ersten Klasse, dem es während des ersten Schuljahres etwa in der Pause hilft und zur Seite steht.
Auch an der Hauptschule Gochsheim hat man sich Gedanken gemacht. Als Beratungslehrer hat Kurt Krause bereits eine „Prima Klima"-Fragebogenaktion gestartet. Wirst du von anderen abgelehnt, wird dein Ansehen, deine Ehre von anderen angegriffen? Im Unterricht, in der Pause, auf dem Schulweg, von Klassenkameraden, ältern Schülern oder Lehrern? , so oder ähnlich lauten die Fragen. Für jede Klasse konnte so ein spezifisches Profil erstellt werden. Wir haben jetzt Ansatzpunkte, so Rektor Oskar Dulemba. Zum Thema Angst und Mobbing haben wir die beiden Akteure des Mitmachtheaters „Chapeau Claquue" in die einzelnen Klassen eingeladen, die differenziert verschiedene Konfliktszenen, wie Rempeleien am Bus, Mutproben, Angst vor älteren Schülern aufgriffen. Fragten: Wie reagierst du? und Lösungswege zeigten.

Schulleiter Andreas Sauer zeigte sich absolut begeistert von der stressfreien Schule in Norwegen. Sieben Schuljahre ohne Noten und Zeugnisse machen dies möglich. Erst nach der 7. Klasse wird differenziert, wobei die Einschulung ein Jahr eher beginnt. Jeder Lehrer hat einen Arbeitsplatz an der Schule. Es gibt regelmäßige Teamstunden. Dadurch wird mehr an einem Strang gezogen, so Sauer. Bei uns fühlen sich viele Lehrer als Einzelkämpfer. Claus Jünger, der Rektor der Schule in Stord bestätigt, dass Norwegen wesentlich mehr Geld in sein Schulsystem steckt, als dies bei uns geschieht. Bozena Lesik, die Schulleiterin aus dem polnischen Siemianowice Slaskie kann davon nur träumen. Ich muss Sponsoren für Ausflüge, Bücher oder Renovierungen am Schulgebäude selbst organisieren. Die Eltern müssen die Schulbücher selbst kaufen. Bestürzt zeigten sich alle vom Gehalt der polnischen Lehrer, die nur rund 300 Euro im Monat verdienen. Deutsch als Fremdsprache wird in Polen bereits ab der 1. Klasse unterrichtet. Die Grundschule dauert sechs Jahre.
Mit den dritten Klassen der Grundschule Grettstadt und den polnischen Schülern wurde eine Briefpartnerschaft begonnen. Die Lehrerinnen nehmen die Briefe der Schüler mit nach Hause. Die vierten Klassen kommunizieren bereits mit der norwegischen Partnerschule.
Comenius Schulpartnerschaften bestehen im Landkreis auch an den Hauptschulen in Bergrheinfeld, Sennfeld, Werneck und Niederwerrn.
in Grettstadt und Gochsheim
Grettstadt / Gochsheim (RV) Nicht erst seit dem Pisa-Debakel der Deutschen befindet sich die europäische Bildungspolitik im Aufbruch. Der Pädagogische Austauschdienst der Kultusministerkonferenz fördert das über drei Jahre laufende europäische Schulentwicklungsprogramm Comenius Projekt Sokrates II, dessen Ziele Klassenpartnerschaften und Austausch von Lehrmethoden sind. Es soll über den eigenen Tellerrand hinaus geschaut und gefragt werden: Wie machen es die Anderen?

Die Grundschule Grettstadt und die Hauptschule Gochsheim arbeiten gemeinsam mit Partnerschulen aus Stord in Norwegen und aus Siemianowice Slaskie in Polen im Comenius Projekt zusammen. Vertreter beider Schulen waren in Grettstadt und Gochsheim zum ersten gemeinsamen Kennenlernen. "Prima Klima", so das Projektthema soll das soziale Klima zwischen Schülern, Lehrern und Eltern an den einzelnen Schulen beleuchten. Zu diesem Zweck erarbeiteten die polnischen Lehrerinnen Bozena Lesik und Anna Sobieraj und ihre norwegischen Kollegen Claus Jünger, Sigbjorn Aarlan, Wencke Sagenes Jacobson und Lisbeth Johannesen gemeinsam mit den deutschen Partnern einen Fragebogen für Schüler, Lehrer und Eltern zum soziale Klima im Schulalltag. Im weiteren Verlauf soll jede Schule individuelle Verbesserungsmaßnahmen ergreifen, sich untereinander austauschen, um Anregungen zu bekommen und Erfahrungen weiterzugeben.

Fränkisch musikalisch mit Blasmusik wurden die Gäste in der Grundschule Grettstadt begrüßt. Schulleiter Andreas Sauer und Stefan Baumann als betreuender Lehrer stellten ihre Gedanken zum Projekt vor. So hat man begonnen einmal im Monat eine „Stunde der Begegnung" einzuführen. Nach einem gemeinsamen Frühstück werden alle Türen geöffnet. Jeder kann tun was er möchte. Ursprungsgedanken, so Sauer, waren: Die Kinder sollen kreativ sein, Entscheidungsfreude entwickeln, sich trauen, Lernen muss mehr aus der Situation her geschehen. Der Lehrer kann dabei das soziale Verhalten der Kinder beobachten und besser einschätzen. Nach der „Stunde der Begegnung" gibt es eine Feedbackrunde in der Klasse. Was habe ich gemacht? Wie habe ich mich gefühlt?
Eine weitere Neuerung ist die Aktion Patenkinder: Jedes Kind der vierten Klasse hat ein Patenkind in der ersten Klasse, dem es während des ersten Schuljahres etwa in der Pause hilft und zur Seite steht.
Auch an der Hauptschule Gochsheim hat man sich Gedanken gemacht. Als Beratungslehrer hat Kurt Krause bereits eine „Prima Klima"-Fragebogenaktion gestartet. Wirst du von anderen abgelehnt, wird dein Ansehen, deine Ehre von anderen angegriffen? Im Unterricht, in der Pause, auf dem Schulweg, von Klassenkameraden, ältern Schülern oder Lehrern? , so oder ähnlich lauten die Fragen. Für jede Klasse konnte so ein spezifisches Profil erstellt werden. Wir haben jetzt Ansatzpunkte, so Rektor Oskar Dulemba. Zum Thema Angst und Mobbing haben wir die beiden Akteure des Mitmachtheaters „Chapeau Claquue" in die einzelnen Klassen eingeladen, die differenziert verschiedene Konfliktszenen, wie Rempeleien am Bus, Mutproben, Angst vor älteren Schülern aufgriffen. Fragten: Wie reagierst du? und Lösungswege zeigten.

Schulleiter Andreas Sauer zeigte sich absolut begeistert von der stressfreien Schule in Norwegen. Sieben Schuljahre ohne Noten und Zeugnisse machen dies möglich. Erst nach der 7. Klasse wird differenziert, wobei die Einschulung ein Jahr eher beginnt. Jeder Lehrer hat einen Arbeitsplatz an der Schule. Es gibt regelmäßige Teamstunden. Dadurch wird mehr an einem Strang gezogen, so Sauer. Bei uns fühlen sich viele Lehrer als Einzelkämpfer. Claus Jünger, der Rektor der Schule in Stord bestätigt, dass Norwegen wesentlich mehr Geld in sein Schulsystem steckt, als dies bei uns geschieht. Bozena Lesik, die Schulleiterin aus dem polnischen Siemianowice Slaskie kann davon nur träumen. Ich muss Sponsoren für Ausflüge, Bücher oder Renovierungen am Schulgebäude selbst organisieren. Die Eltern müssen die Schulbücher selbst kaufen. Bestürzt zeigten sich alle vom Gehalt der polnischen Lehrer, die nur rund 300 Euro im Monat verdienen. Deutsch als Fremdsprache wird in Polen bereits ab der 1. Klasse unterrichtet. Die Grundschule dauert sechs Jahre.
Mit den dritten Klassen der Grundschule Grettstadt und den polnischen Schülern wurde eine Briefpartnerschaft begonnen. Die Lehrerinnen nehmen die Briefe der Schüler mit nach Hause. Die vierten Klassen kommunizieren bereits mit der norwegischen Partnerschule.
Comenius Schulpartnerschaften bestehen im Landkreis auch an den Hauptschulen in Bergrheinfeld, Sennfeld, Werneck und Niederwerrn.




